Tag des offenen Denkmals in der kleinsten Hansestadt Deutschlands – Werben.
In einem der ältesten Häuser der Altmark, war ich mit meiner Frau und meinem Team zu Besuch.
Die Komturei in Werben wurde im 13. Jahrhundert fertig gestellt. Ihre Geschichte ist im Johanniterorden verwurzelt.
Zur Sanierung, deren Beantragung und Hürden sowie Allgemeines zu Werben, wie die vielen Vereine für eine doch so kleine Stadt und das Leben dort, teilte sich mir der Ortsbürgermeister Bernd Schulze mit.
Vor Abfahrt besuchten wir auch das Rundfunkmuseum von Rüdiger Haase in Werben und fanden ein illustres Programm im Innenhof. Ich bin wahrlich beeindruckt von der Gemeinde und der Aktivität der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.

Die nächsten vier Jahre entscheiden über die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

Die nächsten vier Jahre.

Wenn in diesen vier Jahren die Weichen für eine nachhaltige Energiewende nicht gestellt werden, wird es zu spät sein. Daher werde ich in diesen vier Jahren all meine Kraft, meine Lebenserfahrung und mein medizinisch-naturwissenschaftliches Wissen in den Bundestag einbringen, um für die nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu sichern.

Ich bin dabei ehrlich: ohne Verzicht auf manche Gewohnheit wird es nicht gehen. So wie ich einem Diabetiker wohl oder übel den Verzicht auf manche Kalorien nahelegen muss, um seine Gesundheit zu erhalten, muss sich die Gesellschaft klar werden, dass wir die Gesundheit unserer Erde nicht erhalten können, ohne uns die eine oder andere Beschränkung aufzuerlegen.

Vom 31.10.-12.11.21 wird die UN- Klimakonferenz in Glasgow stattfinden. Weltweit haben die wichtigsten medizinischen Fachzeitschriften aufgerufen, den Ausstoß von Treibhausgasen stärker zu reduzieren. „Bereits heute wird die Gesundheit der Menschen durch den globalen Temperaturanstieg und die Zerstörung der Natur geschädigt. Höhere Temperaturen führen zu einer erhöhten Sterblichkeit, mehr körperlichen und seelischen Erkrankungen und mehr Komplikationen in der Schwangerschaft. Als Mitglieder von Gesundheitsberufen müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um den Übergang in eine nachhaltige, fairere und gesündere Welt unterstützen“.

Daher: in den kommenden vier Jahren mit Verstand, Konsequenz und Herz die Weichen für eine lebenswerte Zukunft stellen!

06.09.21

Ich war bei Mercer Stendal zu Gast. Ich traf mich mit dem Geschäftsführer André Listemann und Produktionsingenieur sowie Energiemanagementbeauftragter Frank Wegener.
Sie erzählten mir einiges zum Unternehmen und erklärten mir die technischen Abläufe der Zellstoffherstellung.
Dabei war ich von einigen Fakten beeindruckt, besonders jedoch von der ganzheitlichen und nachhaltigen Herangehensweise des Kanadisch-Amerikanischen Unternehmens.

Sie verwenden zur Produktion Hölzer bzw. Hackschnitzel, die für
höherwertige Holzprodukte nicht in Frage kommen oder auch Schadholz. Das Unternehmen setzt in der Anlieferung mehr und mehr auf Bahnverkehr und möchte diesen weiter ausbauen.

Bevor der fertige Zellstoff entsteht, werden durch chemische Prozesse verschiedene Biochemiekalien wie Tallöl und Terpentin aus dem Holz gezogen, welche für die Industrie wichtige Chemikalien darstellen. Um möglichst wenig Abfall zu produzieren wird neben den etablierten
Verfahren auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit für neue Techniken
gesucht.
So wird in Zusammenarbeit mit dem Frauenhofer-Institut Magdeburg daran
geforscht, auch aus der Rinde verwertbare Substanzen zu gewinnen.
Ziel ist es, aus dem Produkt Holz sämtliche nutzbaren Stoffe zu ziehen, anstatt diese zu verbrennen.

Die trotz allem anfallende restliche Biomasse wird zur eigenen
Stromversorgung und zur Einspeisung in das öffentliche Stromnetz genutzt. Das Werk ist in daher unabhängig von der sonstigen
Stromversorgung und trägt gleichzeitig zur Netzstabilität bei.

Mit 454 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie 27 Azubis in bis zu 10 verschiedenen Berufen stellt das Unternehmen einen großen und Aussichtsreichen Arbeitgeber in der Region dar.
Mercer ist es dabei wichtig, Aufstiegschancen innerhalb des Unternehmens zu fördern.

Natürlich haben wir auch über Probleme gesprochen.

So ist Deutschland als Land der Verordnungen und Gesetze bekannt. (Mercer Stendal unterliegt bspw. 355 Verordnungen, 2201 Rechtspflichten wovon 699 Verordnungen sind). Diese sind teilweise sehr wichtig, um Sicherheit zu gewährleisten, sind aber auch oft an der Praxis vorbei.

Aus dem Gespräch nehme ich mit, dass die Altmark mehr kann! Betriebe und Unternehmen können auf die Altmark als zukünftigen Standort setzen.

Dabei will ich helfen und unterstützen.
Mit Politik, die sich die Sorgen, Chancen und Bedürfnisse der Unternehmen sowie der Bürgerinnen und Bürger anhört und Fakten- sowie Zukunftsorientiert entscheidet.

Um es vorweg zu nehmen: Ich bin kein landwirtschaftlicher Experte.
Ich kann heute noch nicht sagen, in welchen Ausschuss des Bundestages es mich verschlägt, sollte ich das Direktmandat im Wahlkreis 66 erringen.
Aber ich weiß, dass ich in einem Bundesland lebe, in dem mehr als die Hälfte der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird und gut 25.000 Menschen ihre Arbeit finden.
Ich habe bewiesen, dass ich mich einer Aufgabe, der ich mich stelle, mit aller Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit widme. Und bei Fragen an diejenigen wende, denen ich vertraue.
Für mich zählen nur Fakten. Keine Ideologien. Ideologische Entscheidungen kann ich mir in meinem Beruf nicht leisten.
Als Stadtkind, das mit einem eher naiven Bild der Landwirtschaft aufwuchs wurde ich spätestens mit der Realität des Landlebens vertraut, als ich meine Frau und deren ländlichen Familienbetrieb kennenlernte.
Durch Besuche mehrerer Betriebe, ob im Schweine- oder Rinderstall, ob bei Obst- und Weinbauern, ob in Genossenschaften oder im Familienbetrieb: ich habe versucht, ein Gefühl für die vielseitigen Aspekte heutiger Landwirtschaft zu bekommen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die Komplexität, das erforderliche technische und betriebswirtschaftliche Können, das heute erforderlich ist, um Landwirtschaft zu betreiben, haben mich überall extrem beeindruckt.
Die Probleme sind nicht zu verkennen:
Agrarstrukturreform, Bio versus Konventionell, Direktvermarktung und kommunalpolitische Verantwortung, Bodenspekulation, Insektensterben, Düngemittelverordnung, erneuerbare Energiegewinnung auf Ackerflächen, EU, Preisgestaltung landwirtschaftlicher Produkte: die Reihe der angesprochenen Themen erscheint endlos fortsetzbar.
Daher: Gründlich informieren, gerecht entscheiden.
05.09.21
Ich hatte ein gut zweistündiges Gespräch mit Vertretern der Islam-Gemeinde Stendal.
Grundlegende Einigkeit bestand darin, dass uns allen ein friedliches Zusammenleben am Herzen liegt.
Dabei muss der Austausch auf Kommunal- Landes- und Bundesebene regelmäßig erfolgen.
Ein Problem ist, dass die Repräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund in den gewählten Vertretungen nicht deren Bevölkerungsanteil entspricht.
Lösungswege, dies auf kommunaler Ebene anders zu gestalten konnte ich darlegen – daran werden wir arbeiten.
Ein weiteres meiner Ziele ist auch von der Bundesebene aus zu wirken. Dies wird am 26. September von den Altmärkerinnen und Altmärkern entschieden.
04.09.21
Unsere Fahrradtour ging heute am Winkelmannplatz in Stendal los. Erster Stopp war Uenglingen, wir trafen uns mit den dortigen Landfrauen, die uns extra Kuchen gebacken und Kaffee gekocht haben. Dankeschön dafür! Der dortige Ortsbürgermeister Martin Ritzmann war ebenso anwesend und tauschte sich mit uns aus.
Weiter ging es Richtung Schernikau, Steinfeld und Kläden, wo wir uns auch mit Pizza, Döner und Co gestärkt haben.
Unser ältester Teilnehmer war übrigens 84 Jahre Jung! Und hat das alles ohne Elektrofahrrad geschafft… Chapeau!
Gesamtstrecke war 38 km!
Natürlich haben wir unterwegs auch ein paar Flyer und Zeitungen in die Briefkästen geworfen.
29.08.21
Angefangen hat der Tag mit Fußball. Ich habe beim Kreisoberligaspiel vom FSV Havelberg gegen Germania Klietz mitgefiebert. Wir haben dort einen Spielball für den FSV Havelberg sowie 150 Euro für die Flutkatastrophe gespendet.
Weiter ging es nach Beuster.
Hier beging man das 20 jährige Stiftungsfest für den Erhalt der St. Nikolaus Kirche.
Landrat Patrick Puhlmann war ebenfalls dort, um dem Förderverein zu gratulieren.
Ich übergab eine Spende von 200 Euro für den Erhalt einer der ältesten romanischen Bauwerke in der Altmark.
Krönender Abschluss war das Konzert des Rossini-Ensembles aus Magdeburg in der Backsteinkirche St. Nikolas Beuster.
Vielen Dank auch Volker Stephan, der seit 20 Jahren um den Erhalt der Kirche kämpft und die Veranstaltung organisiert hat.

Stendal ist eine echte Sportstadt!

Eine der ältesten olympischen Sportarten zeigt sich an diesem Wochenende in Stendal.
Die deutschen Jugendmeisterschaften im Freistil Ringen finden in der Sporthalle des Berufsschulzentrums in der Schillerstraße statt.

Jugendliche aus ganz Deutschland suchen hier ihre Meister und die Olympioniken von morgen.

Spektakuläre Kämpfe!

Am 26.08.21 trafen Vertreter der LAMSA (Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen- Anhalt e.V.“ zum Abschluss ihrer mehrtägigen Fahrradtour von Halle in Stendal ein.

Mit dem Geschäftsführer des Vereins, Herrn Mamad Mohamad diskutierte ich gut 2 Stunden aktuelle Probleme der Migrationspolitik in Sachsen- Anhalt.

Angesprochen wurden auch spezifische lokale Themen, unter anderem die im Bau befindliche Landes- Erstaufnahmeeinrichtung in Stendal.

Als Kommunalpolitiker nehme ich mit, dass wir uns auf Stadt- und Kreisebene mehr vernetzen müssen, um den daraus sich ergebenen Herausforderungen gerecht zu werden.

Informativ, herzlich und lebhaft.

So war mein Besuch beim Familienbetrieb Klug in Volgfelde.
Frau Sibylle Klug, die den Hof mit ihrem Ehemann und den Söhnen bewirtschaftet ist seit Jahren Vorsitzende des Landfrauenverbandes und auch bundesweit im Verband tätig.
Vielen Dank auch an Michaela Onesseit aus Gohre, die den Besuch begleitet hat!

Es war ein Treffen mit vielen neuen Eindrücken und zugleich mein 4. Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes, die allesamt unterschiedliche Schwerpunkte und Organisationsformen aufweisen, im Kern aber auch gleichartige Probleme zu lösen haben und Vorurteilen aus einigen gesellschaftlichen Gruppierungen gegenüberstehen, die ungerecht sind.

Es ist mir sehr wichtig, ein Gefühl für die derzeitige Lage landwirtschaflticher Betriebe zu entwickeln und dies in die politischen Gremien einfließen zu lassen.

Den Landfrauen danke ich für ihr gesellschaftliches Engagement, das heute mehr denn je geschätzt und gefördert werden muss. Sie organisieren Feste, packen mit an, vernetzen sich untereinander und bringen Leben in ihre Orte!

Machen wir uns nichts vor: Die Rentenpolitik wird nach der Wahl eine herausragende Rolle spielen. Die Ursache ergibt sich von selbst: Es ist die sogenannte „Doppelte Alterung unserer Gesellschaft“, die sich ab 2025 bemerkbar machen wird.

Der Grund: Wenn die geburtenstarken Jahrgänge („Baby Boomer“) aus den späten 1950er und der gesamten 1960er Jahre in Rente gehen, fällt dies zusammen mit der seit den 1970er Jahren anhaltend niedrigen Geburtenrate: die Politik wird nahezu zwei Jahrzehnte mit den Problemen einer „Doppelten Alterung“ unserer Gesellschaft konfrontiert sein. Einfacher ausgedrückt: die Überalterung der Bevölkerung wird eine zeitnahe Rentenreform unabdingbar machen.

Dies wird mit der Klimapolitik die herausragende politische Herausforderung werden!

Daher: heißt es achtsam sein, um mit wissenschaftlich-sozialem Beistand eine Reform zu schaffen, die Altersarmut verhindert und einen würdevollen Ruhestand gewährleistet.

Aber: Die Anhebung des Renteneintrittsalters kann nicht die Lösung des Problems sein!

Übrigens: Einen 1. Schritt zur Rentengerechtigkeit haben wir mit der Einführung der Grundrente schon getan:

  • Der Grundrentenzuschlag kommt

Nach dem Beschluss des Bundestages vom 2. Juli 2020 und der Zustimmung des Bundesrats am 3. Juli 2020 ist das Gesetz zum Grundrentenzuschlag am 1. Januar 2021 in Kraft getreten.

  • Kein Antrag nötig

Der Grundrentenzuschlag muss nicht beantragt werden. Wenn ein Anspruch besteht, zahlt die Rentenversicherung den Zuschlag automatisch mit der Rente aus.

  • Versand der Bescheide hat begonnen

Der Versand der ersten Rentenbescheide hat begonnen und erfolgt schrittweise zunächst an sogenannte Neurentnerinnen und Neurentner.

Damit die Pflege nicht in die Pflege muss!
Die Alterung unserer Gesellschaft geht mit einem höheren Pflegebedarf einher. Gleichzeitig sinkt die Anzahl derjenigen, die für die Pflege zur Verfügung stehen: Großfamilien, in denen die häusliche Pflege übernommen werden kann, gibt es kaum noch. Und der allgemeine Fachkräftemangel lässt die Zahl der Ausbildungswilligen in den Pflegeberufen sinken.
Um dem entgegenzuwirken tritt am 01.01.2022 die Pflegereform in Kraft: Diese umfasst im Wesentlichen:
  • ab September 2022 sollen nur noch Pflegeeinrichtungen zugelassen werden, die ihre Pflegekräfte nach Tarif bezahlen,
  • Pflegebedürftigen wird eine stufenweise ansteigende finanzielle Entlastung gewährt (nach 0, 12, 24 und 36 Monaten jeweils eine etwa 5, 25, 45 und 70%ige Entlastung bezogen auf einen durchschnittlichen bundesdeutschen Eigenanteil in Höhe von 911 Euro vor der Reform),
  • ein bundeseinheitlicher Personalschlüssel wird vorgegeben,
  • Pflegekräfte dürfen zukünftig auch Hilfsmittel verordnen und eigenständige Entscheidungen in der häuslichen Pflege treffen,
  • eine Kurzzeitpflege im Krankenhaus wird möglich,
  • die Pflegeversicherung soll ab 2022 einen pauschalen Bundeszuschuss in Höhe von jährlich 1 Milliarde Euro erhalten,
  • der Beitragszuschlag für Kinderlose wird um 0,1 Prozentpunkte angehoben.
Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) betonte, es sei gelungen, dass Pflegekräfte nicht gegen Pflegebedürftige ausgespielt würden. „Ordentliche Tariflöhne“ sind eine Frage von Anstand und Vernunft.
Leider fehlt weiterhin eine wirksame Regelung zur Deckelung der Eigenanteile bei den Pflegkosten, die alle Betroffenen tatsächlich entlastet. Das Gesetz sieht keine angemessene Begrenzung oder eine Deckelung der Eigenanteile bei den Pflegekosten vor.
Daher: Um pflegebedingte Armut zu verhindern, müssen die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung sämtliche pflegebedingten Aufwendungen decken. Die soziale Pflegeversicherung muss zu einer Vollversicherung werden.
Stichwort: Pflege-Bürgerversicherung!
Die Rehabilitation in der Pflege wird derzeit in vernachlässigt. Dazu sind die Krankenkassen aber verpflichtet. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen stets eine rehaorientierte Pflege ermöglichen.
Stichwort:„Rehabilitation vor und bei Pflege“

Zu Gast beim „Fest der Bänke“ in Kalbe/Milde am 14.08.21

Im Rahmen des „Fest der Bänke“ fand eine Aktion zur Stammzellenspende statt, die vom Verein „Blaue Nase hilft e.V.“ in Zusammenarbeit mit der Uni- Magdeburg derzeit in der Altmark durchgeführt wird. Veranstaltung und Organisation oblag der 9. Internationaler Sommercampus der „Künstlerstadt Kalbe“.

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Vereins, Herrn Roger Altenburg, der stellvertretenden Vorsitzenden Katja Hickisch (auf dem Bild zu sehen) und dem Mitbegründer Michael Blume-Kühnast, der selber ein Kind an Krebs verloren hat, konnte ich mich über die Aktivitäten des Vereins informieren und Hilfe für weitere Aktionen anbieten.

Zum offiziellen Wahlkampfauftakt der SPD am 14.8.21 war ich mit meiner Frau und Team an der Fähre in Arneburg.
Wir kamen mit Touristen und Anwohner:innen ins Gespräch, über die Gegend, Sport und natürlich auch Politik.

Bei der Wärme verteilten wir Apfelschorle von Stendaler Hofladen und auch Wasser.
Für das ein oder andere Kind fiel natürlich auch etwas süßes ab.
Im Anschluss kehrten wir im Arneburger Bürgercafe ein, welches wir beim Flyer verteilen entdeckten. Ich sprach mit der Gastwirtin, welche die Gäste ehrenamtlichen versorgt. Ein ganz dickes Lob!

Am Donnerstag den 12.08.21 war ich auf der letzten Motorradtour von Jürgen Barth dabei.
Wir besuchten in Böckwitz/Zicherie das Grenzmuseum. Ganz deutlich wurde hier, wie froh wir alle über den Mauerfall sind und als Gesellschaft zusammenwachsen können.
Weiter ging es nach Drömling. Der Zweckverband Natur- und Kulturlandschaft Drömling hat uns an der halboffenen Weidelandschaft entlang geführt und uns Eindrücke in ihre Arbeit gegeben.
Zuletzt besuchten wir den Waldgourmet in Jävenitz, ein äußerst interessanter Betrieb.
Wir konnten uns das Gelände und die Art der Verarbeitung anschauen und haben auch eine feine Kostprobe erhalten, danke!
Übernachtet haben wir dann im Kiez Arendsee.

Ein wirklich schöner Tag, mit vielen Eindrücken, Erlebnissen und lieben Bekannten!

Sport begeistert und begleitet mich seit der Kindheit. Ich war zwar leistungssportlich im Rudern unterwegs, habe mich aber immer für viele Sportarten interessiert und betreibe gerne verschiedene Ausdauer-und Ballsportarten.

Im Laufe meines Lebens wurde mir bewusst, dass Leistungssport nicht alles ist. Geselligkeit, Spaß an der Bewegung und Rücksicht auf die Gesundheit haben mit Sicherheit den gleichen Stellenwert wie der Hochleistungssport.

In unserer Gesellschaft stehen wir in Schule und Berufsleben unter ständigem Leistungsdruck. Nicht selten kommt es zum Burnout.

Um dem zu entkommen bietet der Sport ungeahnte Möglichkeiten. Dabei geht es nicht nur um die körperliche Fitness oder Rekorde. Wir wissen, dass Sport Herz- Kreislauferkrankungen vorbeugt, aber auch bei psychischen Erkrankungen heilsam ist.

Für Kinder und Jugendliche sollte der soziale Gedanke im Vordergrund stehen. Wichtiger als Siege sind die Freundschaften und die Gemeinschaft, die beim Sport geknüpft und gestärkt werden. Die Grundlagen, ein Leben lang Freude am Sport zu haben, werden in der Kindheit und Jugend gelegt.

Seit Jahren setze ich mich in der Kommunalpolitik für den Bau von Sportstätten, für die Förderung von Sportvereinen und die Möglichkeit von freien Sportangeboten ein. Ein Bespiel dafür ist die auf meine Initiative hin geschaffene Möglichkeit, im Winter eine Kunsteisbahn in Stendal anzubieten.

Mein Ziel in Berlin: Die Einrichtung eines Bundes- Sportministeriums sollte realisiert werden!

Ja!Wollmann! Was für eine Diskussion!

Der Themenbrunch mit Dr. Karamba Diaby und interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Hotel Siebeneichen (Salzwedel) war eine fantastische Anregung. Vielen Dank!

Das Thema Zusammenhalt zieht sich durch alle Bereiche, so wie auch die Diskussion.

Integration, Gesundheit, politische Bildung, Bildung allgemein, Bürokratie und weitere mitspielende Themen…
Mir persönlich besonders wichtig: Sport als bindendes Element in unserer Gesellschaft und die Betrachtung der Probleme von allen Seiten.

Vielen Dank an die Organisation der SPD Salzwedel durch Robert Drews.

Auf der Route 66 durch die Altmark – eine rockige Hommage an Stendal und ihre liebenswerten Nachbarstädte

Der Stendaler SPD-Direktkandidat Herbert Wollmann und der Berliner Musiker Andreas Dziuk haben eine deutschsprachige Version eines Liedklassikers „Route 66“ veröffentlicht. Darin geht es um die liebenswerten Orte im Landkreis Stendal und im Altmarkkreis Stendal.
Von Donald Lyko 06.07.2021, 14:58

Kenny-Lee Richter (von links) vom SPD-Wahlteam, Dirk Lippmann von der Countdown Group Stendal, der SPD-Direktkandidat Herbert Wollmann, Musiker Andreas Dziuk und Musikverleger Max Heckel stellten die „Route 66 (Altmark)“-CD vor. Foto: Donald Lyko

Stendal – Wenn Herbert Wollmann in den nächsten Monaten auf Wahlkampftour durch die Altmark ist, dann kommen einige Kilometer zusammen – nicht anders als bei einer Fahrt auf der Route 66, der legendären einstigen Verbindungsstraße der US-West- und Ostküste. Ost und West verbunden mit der Zahl 66: Daraus lässt etwas machen, sagte sich Herbert Wollmann im vorigen Herbst. Da war klar: Der Arzt aus Stendal tritt als SPD-Direktkandidat im Wahlkreis 66 an, zu dem der Landkreis Stendal (Ost) und der Altmarkkreis Salzwedel (West) gehören. Schnell geisterte die Route 66 als roter Wahlkampffaden durch seinen Kopf, der Song „Route 66“ von Bobby Troup ploppte in seinen rockmusikalischen Erinnerungen auf.
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„Und dann fiel mir mein guter Freund Andreas ein. Der war gleich Feuer und Flamme“, erzählt Herbert Wollmann. Gemeint ist Andreas Dziuk, leidenschaftlicher Rockmusiker und bis vor einem Jahr musikalischer Leiter des Theaters der Altmark. Dort hatten sich der Stadtrat und der Musiker kennengelernt. Andreas Dziuk hat zur bekannten Melodie einen neuen Text geschrieben und eingesungen. Im Original geht es um Orte entlang der Route 66, in der jetzt veröffentlichten deutschen Fassung um Orte in der Altmark, die „Route 66 (Altmark)“, wie es auf dem Cover heißt. Der Titel „Ein Lied für die Region“ ist als solcher gemeint: „Wir möchten für unsere Region werben“, sagt Herbert Wollmann. Er wünscht sich für die „liebevolle Hommage an die Landschaft, die Menschen und die Orte in der Altmark“ eine Zusammenarbeit mit dem Altmärkischen Regionalmarketing- und Tourismusverband.
In regionalen Händen sollte die Produktion und Veröffentlichung des Liedes sein. Zusammen mit Dirk Lippmann, der mit seiner Stendaler Event- und Werbeagentur Countdown Group den Wollmannschen Wahlkampf begleitet, holte der Kandidat den Tangermünder Max Heckel und dessen Musikverlag Prosodia ins Boot. Im ersten Schwung wurden 300 CDs gepresst, die unter anderem bei Wahlkampfveranstaltungen verteilt werden. Zudem ist der Song über bekannte Streamingdienste sowie prosodia.de abrufbar.
Auch wenn die Idee vom SPD-Bundestagskandidaten Herbert Wollmann kam und der Song sicher bei seinen Auftritten zu hören sein wird, eines gibt es auf der CD oder bei den Einspielungen nicht: Hinweise auf die Partei, die Wahl am 26. September oder die Kandidatur. Denn die Genehmigung dafür, die Originalmusik verwenden zu dürfen, ist an Bedingungen geknüpft. Eine davon: Das Lied darf politisch nicht instrumentalisiert werden. Was es aber darf und kann: eine Hymne werden, eine musikalische Liebeserklärung an die „Route 66“ in Sachsen-Anhalts Landesnorden.

Zukunftsgespräch für die Altmark

Ins höchste deutsche Parlament zu kommen, ist mein Kindheitstraum

Aktuelles Gespräch mit Dr. med. Herbert Wollmann, Spitzenkandidat der SPD im Wahlkreis 66 (Altmark) für den Deutschen Bundestag

Interview als download (pdf)

mdw: Herr Dr. Wollmann, Sie wurden von der SPD als Spitzenkandidat im Wahlkreis 66 Altmark zur Wahl des Deutschen Bundestages im Herbst 2021 aufgestellt. Was bewegt Sie als ärztlicher Leiter eines Medizinischen Versorgungszentrums in Stendal, im Alter von 70 Jahren, in die große Politik wechseln zu wollen?
Dr. Herbert Wollmann: Es ist nicht mein erster Anlauf, in den Bundestag zu kommen. Schon 2005 wurde ich vom Ortsverein Stendal nominiert. Am Ende ist es aber ein anderer Kandidat geworden. Das ist lange her, auf die Begleitumstände möchte ich hier nicht weiter eingehen. Die Chance jetzt kam unerwartet. Ich habe es mir reiflich überlegt, ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ohne die Zustimmung und Ermunterung vieler politischer Weggefährten und meiner Familie hätte ich es nicht gemacht.

Ich hätte es auch nicht gemacht, hätte die Zukunft meiner medizinischen Einrichtung auf dem Spiel gestanden. Mein Beruf hat immer Vorrang vor allem, das lebe ich seit über 40 Jahren so. Ich hätte schon längst aufhören können zu arbeiten, aber wir haben über Jahre hinweg einfach kein ärztliches Personal gefunden, um die Einrichtung weiter zu führen. Das hat sich jetzt geändert. Also brauche ich kein schlechtes Gewissen gegenüber Patienten und Mitarbeiterinnen zu haben, wenn ich im Herbst nach Berlin in den Bundestag gehe. Ohnehin gebe ich den Kontakt zu meiner Arbeit auch dann nicht komplett auf. Es gibt ja kaum eine bessere Möglichkeit, die Sorgen und Ängste der Menschen kennenzulernen als in meiner Arbeit.
Die Ergebnisse bei den letzten Kommunalwahlen für den Stadtrat Stendal darf man natürlich auch nicht vergessen. Ohne diese Erfolge hätte ich es nicht gewagt, für den Bundestag zu kandidieren. Das war schon sehr ausschlaggebend für mich. Im Übrigen sitzen im Stadtrat Stendal außer mir noch zwei Kandidaten für den Bundestag. Ich habe sie bei der letzten Stadtrats-Wahl weit hinter mir gelassen, obwohl der eine schon Bundestagsabgeordneter ist. Warum sollte mir das nicht erneut gelingen?

Es reizt mich einfach ungemein, noch einmal ein lange gehegtes Ziel zu verwirklichen, vielleicht ist es ein Kindheitstraum. Das sollte in jedem Alter erlaubt sein, wenn man die Kraft und den Willen dazu noch hat.

Dr. Herbert Wollman und das Team seiner Praxis

Bild: Dr. Wollmann und das Team seiner Praxis

mdw: Nach der Wende sind Sie aus Berlin-West kommend in den Osten nach Stendal ans dortige Johanniter Krankenhaus gewechselt und haben sehr engagiert das Herzkatheterlabor aufgebaut. Sie waren also sprichwörtlich als Pionier dabei, das Gesundheitswesen am größten Krankenhaus im nördlichen Sachsen-Anhalt im vereinten Deutschland neu auszurichten. Was hat Sie getrieben, in den Osten zu gehen? Haben sich 30 Jahre später Ihre Hoffnungen, Wünsche und Träume hier erfüllt?

Herbert Wollmann: Als ich 1992 mit meiner Familie nach Stendal kam, war ich schon Oberarzt an einem der größten Krankenhäuser Berlins im sozialen Brennpunktbezirk Kreuzberg.

Die Aufgabe, das Herzkatheterlabor in Stendal einzurichten, war im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit für mich. Ich habe damals niemanden etwas streitig gemacht. Zusammen mit tollen jungen Kollegen und der Unterstützung der eingesessenen Chef- und Oberärzte haben wir einfach etwas gänzlich Neues geschaffen. Wir waren sehr ehrgeizig und wollten unbedingt in Stendal vor der Uni Magdeburg die erste Herzkatheteruntersuchung durchgeführt haben. Das ist uns übrigens gelungen; da bin ich heute noch stolz drauf.

Die Aufbruchsstimmung damals war einzigartig und betraf nicht nur die Kardiologie. Eine Stimmung, die leider in weiten Teilen verloren gegangen ist.
Aber die eigentlichen Beweggründe in den Osten zu gehen, liegen viel tiefer. Ich bin ja in Berlin-Karlshorst geboren – und dann sind meine Eltern aus politischen Gründen von einem Tag auf den anderen mit meinen Geschwistern und mir in den Westteil der Stadt gegangen. Wir haben dann über zwei Jahre in sehr beengten Flüchtlingsunterkünften gelebt, bevor wir wieder eine eigene Wohnung zugewiesen bekamen. Eine meiner Schwestern ist irgendwann sogar wieder nach Ost- Berlin gezogen, um dort zu heiraten. Wir konnten sie dann jahrelang nicht mehr sehen. Ich glaube, das hat Spuren hinterlassen. Ich habe mich nie mit der Mauer abfinden können und immer gehofft, dass sie eines Tages fallen würde. Ich hätte die „Selbstständige politische Einheit Westberlin“, wie es in DDR offiziell hieß, nie verlassen, wäre die Wende nicht gekommen. Ich werde nie vergessen, wie ich als Notarzt aus Kreuzberg das erste Mal zu einem Einsatz in Berlin-Mitte und die Charitè gefahren bin. Das war sehr emotional.
Insofern hatte sich ein großer Traum von mir schon verwirklicht, bevor ich nach Stendal kam. Auch wenn sich hier am Ende beruflich nicht alles so entwickelt hat, wie wir uns das anfangs vorgestellt hatten, haben sich andere Möglichkeiten ergeben, an die ich vorher nie gedacht hätte. Wenn man Ziele nicht erreichen kann, muss man sich neue suchen. Leider ist vielen Menschen diese Möglichkeit aber aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht gegeben. Daraus entwickelt sich Unzufriedenheit, dies sich auf andere Lebensbereiche überträgt. Dann wird diese Unzufriedenheit eine Gefahr für unseren sozialen Zusammenhalt. Wir erleben das jetzt leider fast täglich.

Auf der anderen Seite stimmt es mich sehr optimistisch, wenn ich die Jugend an der Hochschule oder auch die Entwicklung meiner mittlerweile erwachsenen Kinder sehe. Die Ossi-Wessi-Vorurteile sind in den nachfolgenden Generationen schon fast bedeutungslos geworden sind. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass der Sport uns hier anfangs sehr geholfen hat, heimisch zu werden. Im Sport geht es um Leistung, Charakter und Kameradschaft und nicht um Herkunft. Das hat mir immer gefallen, obwohl es auch Härten beinhalten kann, sich dem Wettkampf zu stellen.

mdw: Sie engagieren sich ja seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik in Stendal. Sie setzen in den lokalpolitischen Debatten weit über das Stadtparlament hinaus Zeichen, sind Mitglied verschiedener ehrenamtlicher Gremien in Stendal, und treiben aktiv Sport seit Ihrer Jugend. Als Hausarzt und Internist genießen Sie höchste Anerkennung und verfügen über eine einzigartige Expertise. Für die Altmark-SPD, das kann man mit Fug und Recht sagen, sind Sie das beste Zugpferd. Mit welchen politischen Vorstellungen wollen Sie die Menschen in den beiden Altmark-Kreisen überzeugen, Ihnen ihre Stimme für den Deutschen Bundestag zu geben?
Herbert Wollmann: Um hier als SPD- Mann in den Bundestag zu gelangen, wird mir nichts anderes übrig bleiben, als das Direktmandat zu gewinnen. Da haben es andere Kandidaten einfacher, weil sie allein schon über die Listenplätze ein Mandat sicher haben werden. Aber vielleicht kommt die SPD mit Olaf Scholz ja noch auf 30 Prozent bundesweit. Bei einer Bundestagswahl ist man sehr auf Berlin angewiesen.
Ich sehe keinen Sinn darin, irgendwelche großen Versprechungen zu machen. Das glaubt ohnehin niemand. Man muss sich ja nur einmal die Wirkungen der letzten Bundestagsmitglieder anschauen: Was haben sie denn für die Altmark erreicht? Eine ausgewogene Kommunal- und Landespolitik ist für die Altmark an sich viel wirkungsvoller und in ihren Auswirkungen direkt spürbar. Ich werde der Kommunalpolitik daher auf jeden Fall treu bleiben.

Vieles wird ja auch davon abhängen, in welchem Ausschuss man landet; das wird kein Wunschkonzert sein. Stellen Sie sich vor, ich finde mich im Ausschuss für Außenpolitik wieder. Dann werde ich für die Altmark weniger tun können als im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.
Ich muss mich also im Wahlkampf auf meine Kernkompetenzen konzentrieren und vermitteln, dass ich in meinem Leben bisher einigermaßen erfolgreich die mir gestellten Aufgaben erfüllt habe, Innovationen offen begegne und mich in neue Aufgaben hineinarbeiten kann.

Kernkompetenz heißt für mich Gesundheitspolitik, die bis in die Kommune wirkt, also: Länderübergreifende Förderung der Allgemeinmedizin an allen deutschen Universitäten, finanzielle Förderung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum, auch, wenn die Einrichtungen defizitär wirtschaften, Stärkung des Rettungswesens durch Neuorganisation, intelligenter Ausbau der telemedizinischen Möglichkeiten.
Sport, Kultur, Schule: Auch im ländlichen Raum und in den Kleinstädten müssen die Kommunen finanziell so gestellt werden, dass Schwimmbäder, Sporthallen und andere Freizeitangebote unbedingt aufrechterhalten werden. Vereins- und Breitensport bzw. freie Sportangebote dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Kulturelle Einrichtungen und Schulen gehören zu den wichtigsten Standortfaktoren, die man für die wirtschaftliche Entwicklung vorhalten muss, um die Abwanderung zu stoppen und eine Zuwanderung zu erwarten.

Tourismus: Die Altmark hat ein enormes Potential im Fahrradtourismus. Verglichen mit anderen Regionen haben wir nicht nur die saubere Luft, sondern auch enorm viele autoverkehrsarme Wege abseits der Hauptverkehrsstraßen. Man muss sie aber erst einmal finden und publik machen. Die gute Erreichbarkeit der nahegelegenen Metropolen Hamburg und Berlin müssen wir viel stärker mehr nutzen.

Überregionale Sportveranstaltungen sind immer mit einem großen Medieninteresse verbunden. Hier ist liegt z.B. im Radsport als Trainings- und Event-Ereignis viel Potential. Gleiches gilt für die Sportschule in Osterburg: hier müssen viel öfter bekannte Teams zur Nutzung eingeladen werden.
Wirtschaftsförderung: Wenn die A 14, außer Umweltzerstörung der Altmark, wie erhofft, einen Nutzen bringen soll, müssen wir endlich Kontakt zu bedeutenden Firmen oder innovativen Gründerzentren aufnehmen. Hier kann man lokalpolitisches Wissen mit Beziehungen in Berlin verknüpfen.
Aber am Ende werden mir andere Fragen gestellt werden. Wie steht man zur Flüchtlingspolitik? Die Landes-Erstaufnahmeeinrichtung in Stendal wird sicher ein Thema werden: Gelingt es mit sachlichen Argumenten, die Zusammenhänge der Finanzierung, der gesetzlichen Grundlagen und die möglichen positiven Aspekte für die Altmark der Bevölkerung nahe zu bringen?

Wie steht man zu einem möglichen atomaren Endlager in der Altmark? Diese Frage ist völlig offen und derzeit rein spekulativ, würde aber im konkreten Fall hohe Wellen schlagen.

Wie sieht man die Entwicklung in der Landwirtschaft? Wie ist eine Verkehrswende in einem Flächenwahlkreis umzusetzen?
Auf viele Fragen gibt es noch keine konkreten Antworten. Vieles ist im Fluss. Die großen Parteien arbeiten derzeit mit Hochdruck an ihren Programmen.

Um mir aber zu vielen Themen eine eigene Meinung zu bilden, bin ich dabei, ein eigenes Kompetenzteam mit sachkundigen Persönlichkeiten aus der Region aufzubauen. Ich bin nicht so vermessen, zu behaupten, auf alles eine Antwort zu haben. Das kann niemand erwarten. Das ist unmöglich.
Die Menschen sollen wissen, dass ich nicht gerade zum linken Flügel der SPD gehöre. Aber Gerechtigkeit und gleiches Geld für gleiche Arbeit: das sollte 30 Jahre nach der Wiedervereinigung doch nun endlich realisiert werden.

mdw: Zugegeben, die SPD macht aus unserer Sicht nicht gerade als Modernisierungspartei im Sinne von Innovation und Zukunft Schlagzeilen. Bei vielen Wahlen in der Vergangenheit stürzte sie fast in den einstelligen Prozentbereich ab. Was haben Sie im kommenden Wahlkampf vor, damit der nächste altmärkische Direktkandidat im Deutschen Bundestag tatsächlich wieder von der SPD gestellt werden kann? Worauf richten Sie Ihren Erfolg für die alte große Volkspartei aus?
Herbert Wollmann: Man kann zwar eine 100-Orte-Tour durchziehen, aber dann bleiben in der Altmark noch gut 500 Orte unbesucht. Das bringt also nur bedingten Erfolg. Wie ich schon gesagt habe, es ist wichtig, anerkannte Persönlichkeiten auf verschiedenen Gebieten an seiner Seite zu haben. Veranstaltungen, die sich nur in der SPD-Blase bewegen, bringen nichts; das hat die Erfahrung gezeigt. Die Nutzung sozialer Medien wird ein wichtiger Eckpfeiler sein, ob man das nun gut heißt oder nicht.
Ansonsten: Ich muss mir überlegen, was kommt bei den Menschen eher an, wo habe ich mehr nachhaltige Kontakte. Weiterhin in meinen Beruf an Bereitschaftsdiensten teilzunehmen oder Kugelschreiber in der Einkaufszeile zu verteilen? Wo komme ich besser ins Gespräch, wo lernt man mich als Mensch besser kennen: Beim Bier nach einem Spiel in der Kreisklasse in irgendeinem Dorf in der Altmark oder bei einer Bürgersprechstunde, die von keinem besucht wird? Eins schließt das andere nicht aus, aber Sie sehen, ich halte Kontakte, die mich so zeigen, wie ich bin, im Beruf, in meiner Freizeit, für mindestens genauso wichtig wie offizielle Parteiveranstaltungen.

mdw: Wenn Sie es also schaffen, wären Sie mit dem Mediziner Karl Lauterbach der zweite Gesundheitsexperte der SPD-Bundestagsfraktion. Das würde natürlich bedeuten, dass Sie bei der Bewältigung der Corona-Pandemie ein wichtiger medizinischer Ratgeber und Experte wären. Nun, wie schätzen Sie aus Ihrer Sicht den gegenwärtigen Verlauf der Pandemie in Deutschland ein? Stützen Sie die von der Bundesregierung und den Landesregierungen verordneten Maßnahmen zu deren Eindämmung? Oder wäre eine noch härtere Gangart wünschenswert?
Herbert Wollmann: Wahrscheinlich würden Karl Lauterbach und ich nicht die einzigen Medizinberufler in der SPD- Fraktion sein. Aber ich fühle mich in Bezug auf die Corona-Pandemie schon sehr kompetent. Wir haben mit den Maßnahmen im Frühling im Vergleich zu anderen Ländern unglaublich viel gewonnen, was uns jetzt droht verloren zu gehen. Ich habe die Maßnahmen der Bundesrepublik und ihrer engsten Berater uneingeschränkt unterstützt. Diese Regierung hat viele Leben gerettet und auch in wirtschaftlicher Hinsicht getan, was sie konnte.
Aber wir haben auch Lehren gezogen und sollten einiges anders entscheiden. Es darf nicht wieder flächendeckend zu Schulschließungen kommen. Wir müssen auch Lösungen finden, in überschaubaren Gruppen Sport zu treiben. Das ist gerade für Kinder sehr wichtig. Wir können die Kulturangebote nicht dauerhaft auf null fahren. Sonst macht selbst die aufgeklärte Bevölkerung nicht mehr mit. Aber mal auf den Weihnachtsmarkt, auf Großveranstaltungen, auf die Silvester-Böllerei zu verzichten und andere und sich selbst durch das konsequente Tragen von Masken in geschlossenen Räumen zu schützen: Ist das wirklich nicht zumutbar?

Leider vermittelt die Politik seit Monaten zunehmend Uneinigkeit, oft nur um sich zu profilieren. Das trägt zum Unmut der Bevölkerung bei, so dass einschränkende Maßnahmen immer schwerer durchsetzbar sind. Dabei ist doch das Ende der Pandemie absehbar, sobald wir mit dem Impfen beginnen können. Zum Glück ist die Mehrheit der Bevölkerung ja vernünftig, aber es entwickeln sich immer mehr gefährlich agierende Randgruppen, die das Bild prägen. Aber wie gesagt, hätten sich einige Landespolitiker und auch die eine oder andere Oppositionspartei etwas solidarischer mit der Regierung gezeigt, hätten wir die Probleme in diesem Ausmaß nicht. Manchmal wünschte ich mir, wir würden uns ein Beispiel an Neuseeland nehmen: Hart, klar, fürsorglich, solidarisch und erfolgreich.

mdw: Soeben ist am Landgericht Stendal der größte CDU-Wahlskandal, den es in Deutschland je gab, in erster Instanz zu Ende gegangen. Gesiegt haben die Gerechtigkeit und der Rechtsstaat. Verurteilt als Fälscher der Stendaler Kommunalwahl 2014 wurden der langjährige CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Kühnel und der seit 2017 in Haft sitzende und gerade auf Bewährung entlassene Ex-CDU-Stadtrat Holger Gebhardt. Beide müssen je 25 000 Euro an die Stadt Stendal zahlen. Als SPD-Fraktionsvorsitzender im Stendaler Stadtrat, der Sie sind, frage ich Sie: Wie bewerten Sie dieses Urteil? Welche Konsequenzen müssen daraus gezogen? Der scheidende CDU-Stadtvorsitzende Hardy Güssau kündigte gegenüber mdw bereits an, Kühnel werde in Berufung gehen.
Herbert Wollmann: Das jetzt noch so ein Urteil kommt, hat mich überrascht.

Es ist bemerkenswert, dass erstmals ein Gericht die bisher vermuteten Zusammenhänge zwischen Herrn Gebhardt und Herrn Kühnel im Wahlskandal als Straftat aburteilt. Ich empfinde aber keine Schadenfreude. Wir haben seinerzeit schon bei der ersten Sitzung des Stadtrates 2014 den offenkundigen Betrug bei der Briefwahl thematisiert und nie locker gelassen, den Skandal aufzuklären. Wir waren damals auch die erste Fraktion, die Anzeige erstattet hat. Das haben viele vergessen, die sich jetzt als die großen Aufklärer darstellen, obwohl sie seinerzeit noch gar nicht im Stadtrat vertreten waren.

Es ist Herrn Kühnels gutes Recht und ja auch zu erwarten, in Berufung zu gehen. Aber offensichtlich ist er bisher schlecht beraten gewesen. Warum hat er immer die Aussage verweigert? Wenn ich nichts zu verbergen habe, warum sage ich dann nicht aus?

Ich persönlich ziehe daraus keine Konsequenzen mehr. Ich kenne meinen Beitrag beim Aufdecken des Wahlskandals und sehe für künftige Wahlkämpfe keinen Grund, daraus noch Kapital zu schlagen. Der altmärkischen CDU wird das ohnehin noch lange anhängen. Herr Gebhardt ist hart bestraft worden; Herr Güssaus politische Karriere ist am Ende aus den eigenen Reihen abgepfiffen worden. Ich trete nicht auf die ein, die schon am Boden liegen.

Ich schaue nach vorne und verlasse mich auf meine eigenen Kräfte.

Das Gespräch führte mdw-Chefredakteur André Wannewitz